"Cadavre Esquis" (dt. Vorzügliche Leiche), kennen Sie das? Es handelt sich dabei um ein Spiel, das von den französischen Surrealisten erfunden wurde. Auf einem gefaltetem Papier wird ein Satz jeweils von mehreren Personen fortgeschrieben, ohne dass die Mitspieler von den vorherigen Satzteilen Kenntnis zu haben. Das Spiel gibt es auch in grafischer Form: "Cadavre Esquisses", das bedeutet deutsch sinngemäß Gezeichnete Leiche ("Esquisse" bedeutet im französischen "Skizze", "skizzenhaft").

In einer Fernsehsendung namens "Tac au Tac" (dt: Du tac au tac = Aufs Stichwort) traf sich im Jahr 1972 ein ausgesuchtes Team, um sich diesem Spiel zu widmen: Claire Bretécher, Jean-Claude Fournier, André Franquin und kein geringerer als Albert Uderzo! Albert gab drei Obelixe vor, seine Spielkameraden fügten beliebige graphische Elemente hinzu, die Obelix in missliche Lagen versetzte. Anschließend war es an Albert Uderzo, unseren Freund blitzschnell zeichnerisch zu befreien!

Diese Aufgabe löste er mit Bravour, indem er seinen Lieblings-Hinkelsteinlieferanten durch einen Geistesblitz rettete: aufgrund von zu vielen verschlungenen Wildschweinen hat Obelix einen merkwürdigen Traum, in dem er gleich dreimal auftaucht. Zu sehen hier.

Wir bedanken uns bei Jean-Yves Ferri, der auf dieses comic-historische Schmuckstück stieß, als er gerade nicht mit den Arbeiten für das nächste Asterix-Album beschäftigt war. Er hatte die gute Idee hatte, uns diesen historischen Mitschnitt zu übermitteln. Ein schönes Seherlebnis!